Werte statt Bekenntnis

zukunftspilgern.de ist für alle offen. Egal welches Alter, welche Ausbildung, welche berufliche Qualifikation, welcher konfessioneller Hintergrund, welche geschlechtliche Orientierung oder was auch immer dich von anderen Menschen unterscheidet und anders macht - du bist willkommen.

Auf der anderen Seite ist es so, dass diese Community ein inneres Gravitationszentrum hat. Sie hat eine thematische Mitte. Es geht um alles, was in Bezug auf Glauben, Spiritualität und Kirche in die Zukunft weist oder weisen könnte. Das bedeutet: zukunftspilgern.de ist eher eine Suchbewegung als eine Positionierung, mehr ein Erkunden als ein Bekennen. Mit zukunftspilgern.de eröffnen wir einen weiten Raum für konstruktive Dialoge. Wir vermeiden die Verlautbarungen theologischer Richtigkeiten oder moralischer Abgrenzungen.

Folgende Konkretionen können helfen, sowohl die Weite des Raumes als auch das innere Gravitationszentrum vor Augen zu bekommen. Wenn du bei zukunftspilgern.de mitmachen möchtest, bitten wir dich deswegen um:
 

Eine positive Haltung... 

1) zu einer spirituellen Wirklichkeit

Es ist nebensächlich, ob du klassisch-kirchliche oder biblische Begriffe verwendest. Sprich von "Gott" oder "G*tt". Sprich von der kosmischen Hintergrundmacht, dem Urgrund der Liebe, dem Energiefeld des Lebens, der kreativen Konnektivität oder von einer Tiefenresonanz der Welt. Wichtig ist, dass du das Materielle nicht als letztgültige Wirklichkeit verstehst und alles andere als Illusion, Märchen, Mythos oder naive Verirrung abtust. Wer Theologie studiert hat, weiß, dass diese atheistische Herzenshaltung durchaus in frommen Begriffen auftreten kann.
 

2) zu Jesus als Veranschaulichung Gottes

Auch hier gilt: Bezeichne Jesus als "Prophet aus Nazareth" oder "heilbringenden Erlöser", als "sozialistischen Revolutionär" oder "sanftmütigen Friedensstifter", als "wirkmächtigen Wunderheiler" oder "brillanten Meister-Lehrer". Sprich von "Jesus, dem Wanderprediger", "Christus, dem Auferstandenen" oder "dem Messias", der gekommen ist und der kommt - als Lichtblitz oder leibhaftig, übermorgen oder in 5000 Jahren. All das ist möglich, aber letztendlich zweitrangig. Wichtig ist, dass es bei dir irgendeine Art von Faszination in Bezug auf die Person von Jesus Christus gibt. Wichtig ist, dass du von ihm lernen möchtest. Wie auch immer das dann konkret aussehen mag.
 

3) zur Bibel als gottgegeben

Natürlich ist die Bibel nicht "vom Himmel gefallen". Und selbstverständlich wurden die Buchstaben-Sätze von Menschen aufgeschrieben. Wenn für dich die biblischen Schriften aber nur literarisch-religiöse Poesie sind, wirst du nie in ihre geheimnisvollen Tiefenschichten hineinfinden. Auf der anderen Seite: Wenn du die biblischen Texte in ihrer Wörtlichkeit als Gott-Setzung verstehst und sie jeglicher Geschichtlichkeit und Kontextualität beraubst, erstickst du jede Art von reflektierendem Diskurs. Darüber hinaus gilt: Auf zukunftspilgern.de verstehen wir die biblischen Schriften nicht nur als historische Glaubenszeugnisse, sondern auch als Resonanzraum des Geistes, der aufgrund der Schriften in die Zukunft weist.
 

4) zur Wir-Gestalt des Glaubens

Dass eine hyperindividualisiserte Gesellschaft dazu verleitet, jegliche Religion und Spiritualität mit einer selbstbezogenen Ich-Brille wahrzunehmen, ist keine Überraschung. Vielfach scheint das "Wir des Glaubens" vollständig optional geworden zu sein. Häufig gibt es sogar die Befürchtung, dass jegliche Art von "Glaubens-Wir" zu einer erneuten Sozialkontrolle führe. Wichtig ist deswegen: Auf zukunftspilgern.de geht es nicht darum, das christliche Wir soweit zu verflüssigen, bis es überflüssig wird. Vielmehr geht es um eine bessere Form von "Gemeinschaft", nämlich ein "Gemeinsam", in dem Einzelne als Ich-in-Bezogenheit leben. Es geht um freiwillige Selbstverpflichtungen und stimmige Bündnis-Strukturen.
 

5) zum Geist als personale Wirkmacht

Der Geist ist der Atem Gottes. Die männlichen Artikel sind irreführend. Laut hebräischer Sprache ist "Geist" die Schöpferenergie, die Kraft jeglicher Auferstehung, die unerschöpfliche Quelle aller Kreativität und Weisheit. Auf zukunftspilgern.de erwarten wir inmitten des dialogischen Denkens die Inspiration dieser Geistkraft. Sie bewirkt "Einfälle", etwas, das wie aus dem Nichts in unser Bewusstsein hineinfällt. Und mehr noch: Sie ist nicht nur eine Wirkmacht, sondern ein personales Resonanzfeld. Dieses ewig liebende Christus-Du weckt in uns Sehnsucht und lockt in Gottes neue Welt. Der/die Geist:in brütet aus, was zur Welt kommen soll.
 

6) zur Lebensveränderung

In alten Schriften wird von "Heiligung" gesprochen. Bei manchen ist dieses Wort verpönt. Es klingt nach moralischer Anstrengung und der frommen Spielart von Selbstoptimierung. Häufig wird es sogar der "reinen Gnade" gegenübergestellt. Deswegen ist wichtig zu betonen: Bei zukunftspilgern.de geht es um Lebensveränderung, aber nicht aufgrund von verkrampfter Willensanstrengung. Veränderung beginnt mit einem "erneuerten Denken". "Denken" nicht als Verkürzung auf eine "reflexive Ratio", sondern als "nous", der inneren Sinn-Richtung unseres Bewusstseins. Wenn du also bei zukunftspilgern.de mitmachen möchtest, sei offen dafür, dass sich dein Denken und Handeln zum Guten, Wahren und Schönen hinrichtet.
 

7) zur systemischen Leitung

Leider schwingt bei dem Begriff "Leitung" noch immer der Klang von "dirigieren, managen, steuern und regieren" mit. Um das zu vermeiden, wird stattdessen häufig von "dienender Leitung" gesprochen. Aber auch "Leitung als Dienst" kann subtil dominant sein. Bei zukunftspilgern.de dagegen versuchen wir, jegliche Art von "heiliger Ordnung" (= Hierarchie) zu vermeiden. Ein Host ist kein:e Leiter:in im eigentlichen Sinne. Vielmehr geht es darum, "die Mitte freizuhalten". Hosts schützen den offenen Prozess und den Flow der Gedanken. Alles im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist:in in jedem von uns wohnt und Christus im Mitten-unter und Dazwischen wirkt.
 

8) zum gesellschaftlichen Kontext

Es ist eine der großen Kränkungen für christliche Kirchen, dass Menschen im säkularen Umfeld durchaus großzügiger, mitfühlender, intelligenter, engagierter und kompetenter sein können und oftmals auch sind. Häufig haben Personen außerhalb von Kirchen ein feineres Gespür für destruktive und krankmachende Religiosität, als diejenigen innerhalb einer bestehenden Institution. Umso mehr müssen wir in alle Richtungen lernoffen leben. Wissenschaftliche Forschungen und der sogenannte "Zeitgeist" können durchaus prophetische Weckrufe und berechtigte Anfragen an das Erscheinungsbild von Kirche beinhalten.
 

9) zum Leben als Botschaft

Der Begriff "Mission" ist vielfach kontaminiert und durch negative Erinnerungen überlagert. Häufig wird "Mission" mit Übergriffigkeit und einer direktiven Verkündigung in Verbindung gebracht. Tatsache ist aber, dass jede:r mit seinem Lebensstil "eine Botschaft" lebt. Die Frage ist nur, welche? Bei zukunftspilgern.de geht es nicht darum, sich völlig zurückzunehmen und alles als gleich-gültig zu relativieren. Im Gegenteil: Eines der Ziele von dialogischer Kommunikation ist die Klärung der eigenen Überzeugung. Indem du Gedanken aussprichst und anderen erläuterst, wirst du dir selbst klarer darüber, was dir wichtig ist, und wofür du leben möchtest.
 

10) zur großen Shalom-Geschichte

Seit von "Postmoderne" gesprochen wird, wird auch immer auf "das Ende der großen Erzählungen" Bezug genommen. Sicherlich stimmt es, dass unser Leben fragmentarischer und episodenhafter geworden ist. Seit einiger Zeit aber bildet sich eine neue zukunftsweisende Menschheitsvision heraus: Eine klimabewahrende und sozialgerechte Wirtschafts- und Gesellschaftsform. Das korreliert unmittelbar mit den Jahrtausende alten Shalom-Prophetien und der messianischen Erwartung eines kosmischen Friedensreiches. zukunftspilgern.de lädt ein, in diesem Sinne nach vorne zu glauben und nicht religiös Veraltetes restaurieren zu wollen.
 

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